Ökologie:Mierkons Ökosystem

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Mierkons Ökosystem beschreibt die Biosphäre des Planeten Mierkon von ihrem gemeinsamen Ursprung vor 1,5 Milliarden Jahren bis zur Gegenwart. Alle komplexeren Lebensformen Mierkons gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück und werden taxonomisch in der Domäne Synkarya zusammengefasst. Die Entwicklung der Biosphäre ist eng mit der geologischen Geschichte des Planeten verknüpft, insbesondere mit der Entstehung, Wanderung und Kollision der drei Protokontinente Lacuneua, Planeua und Aeneua.

Grundprinzipien

Die erhöhte ultraviolette Strahlung des Sterns Avae ist der dominante evolutionäre Druck auf die gesamte Biosphäre Mierkons. Alle bekannten Reiche haben unabhängig voneinander dunkle, breitbandig absorbierende Pigmente entwickelt. Es gibt kein Grün auf Mierkon; die dominanten Farben des Lebens sind Dunkelrot, Rotbraun, Violettschwarz und Schwarz. Biolumineszenz ist selten und dient, wo vorhanden, der Kommunikation oder Tarnung.

Die höhere Oberflächenschwerkraft Mierkons (~1,2–1,25 g) begünstigt zusätzlich kompaktere, robustere Wuchs- und Körperformen gegenüber vergleichbaren irdischen Organismen.

Taxonomisches System

Mierkons Taxonomie orientiert sich eng an der irdischen botanischen und zoologischen Nomenklatur, verwendet dabei aber eigenständige, Mierkon-spezifische Endungen auf jeder Rangebene.

Rang Lateinische Endung Deutsche Form
Domäne (Eigenname)
Überreich -ia
Reich -genae „-reich"
Stamm (Sessilia) -phyta „-gewächs"
Stamm (Kinesia) -zoa „-getier"
Klasse (Sessilia) -opsida Endung „-er" (Agens-Form)
Klasse (Kinesia) -oida Adjektivierte Form
Ordnung (Sessilia) -ales
Ordnung (Kinesia) -formes

Domäne und Überreich folgen keinem Endungsmuster und werden als feststehende Eigennamen behandelt, analog zu Plantae oder Animalia auf der Erde.

Domäne Synkarya

Alle komplexen Lebensformen Mierkons entstammen einem gemeinsamen Vorfahren innerhalb der Domäne Synkarya, die sich vor rund 1,1 Milliarden Jahren in zwei Überreiche aufspaltete: das ortsfeste, lichtenergienutzende Sessilia und das bewegliche, heterotrophe Kinesia. Neben Synkarya vermutet man weitere, einfachere Domänen einzelliger Lebensformen, die bisher nicht näher untersucht sind.

Überreich Sessilia

Eigenschaften: Ortsfest, Zellwandtragend, Lichtautotroph, UV-pigmentiert, Ligninfrei

Sessilia umfasst sämtliche flora-artigen Organismen Mierkons. Der Verzicht auf lignin-ähnliches Stützgewebe ist eine grundlegende Eigenschaft, die bereits beim gemeinsamen Vorfahren vorlag und alle späteren Stützstrategien der Nachfahren prägt — sowohl die mineralische Verstärkung bei Silicostipiphyta als auch die myzelartige Struktur bei Plectogenae.

Übersicht der Sessilia-Reiche
Übersicht der Sessilia-Reiche
Eine Übersicht der Sessilia-Reiche

Reich Erythrogenae (Bodenreich)

Eigenschaften: Reinphotoautotroph, Erythrophyll, Einzelorganismisch

Erythrogenae betreibt klassische lichtabhängige Photosynthese mittels des Pigments Erythrophyll, dessen breitbandige, rotdurchlässige Absorption die charakteristische dunkelrote bis violettschwarze Färbung erzeugt. Das Reich ist Mierkons primärer Sauerstoffproduzent und umfasst fünf Stämme.

Stamm Deutsch Eigenschaften Klassen
Crustiphyta Krustengewächs Terrestrisch, Krustenwuchs, Gesteinshaftend Petrophoropsida (Felskruster) — Gnenek
Xenocrustopsida (Wüstenkruster)
Caespitiphyta Büschelgewächs Terrestrisch, Horstwuchs, Bodenwurzelnd Rhizocaespitopsida (Ausläuferbüscheler) — Adirrti
Succulentopsida (Wasserspeicherer)
Silicostipiphyta Kieselstängelgewächs Terrestrisch, Mineralgestützt, Aufrechtwuchs Xerosilicopsida (Hartkiesler)
Humidosilicopsida (Feuchtkiesler)
Thalassiphyta Meeresgewächs Aquatisch, Salzosmotisch, Marin
Limniphyta Binnengewässergewächs Aquatisch, Süßosmotisch, Limnisch

Silicostipiphyta stabilisiert aufrechten Wuchs nicht durch faseriges Stützgewebe, sondern durch Einlagerung gelöster Silikate und Kalziumverbindungen — ein starres, glas- bis steinartiges Gewebe ohne Jahresringe, das bei Überlastung splittert statt sich zu biegen.

Reich Plectogenae (Flechtenreich)

Eigenschaften: Mixotroph, Plectoviolin, Netzwerkorganismisch, Necrolysinbildend

Plectogenae ist mixotroph: Photosynthese über das Pigment Plectoviolin deckt nur die Grundlast, der überwiegende Energiebedarf wird durch Zersetzung organischen Materials über den Enzymkomplex Necrolysin gedeckt. Das Reich bildet die Netzwerkwälder Mierkons, bei denen ein „Wald" ein einzelnes vernetztes Individuum oder wenige Kolonien darstellt.

Stamm Deutsch Eigenschaften Klassen
Reticuliphyta Netzwerkgewächs Terrestrisch, Großwuchs, Waldbildend Adhaesivopsida (Klebfänger)
Constrictoropsida (Würgfänger)
Foveopsida (Grubenfänger)
Nanopleciphyta Kleingeflechtgewächs Terrestrisch, Kleinwuchs, Opportunistisch Necrotrophopsida (Moderfresser)
Pyroclastopsida (Aschesiedler)

Überreich Kinesia

Eigenschaften: Mobil, Heterotroph, Nervensystemtragend, Zellwandfrei

Kinesia umfasst sämtliche fauna-artigen Organismen Mierkons.

Eigenschaften: Augentragend, Bilateralsymmetrisch, Breitpupillig

Stamm Deutsch Eigenschaften Klassen
Vertebrazoa Wirbelgetier Innenskeletttragend, Wirbelsäulenbasiert Ichthyoida (Flossentragende) — Flossenangetrieben, Vollaquatisch
Cheiroida (Gegliederte) — Gliedmaßentragend, Landfähig
Mollazoa Weichgetier Weichkörperlich, Außenskelettfähig Testoida (Umschalte) — Schalentragend, Bodennah
Tentaculoida (Getentakelte) — Tentakeltragend, Freischwimmend
Polymorphazoa Wandelgetier Formveränderlich, Dezentralnervig noch nicht klassifiziert

Reich Aphantogenae

Aphantogenae besitzt keine funktionalen Augen; stattdessen dienen Seismosensorik, Chemosensoren und Drucksinn der Orientierung. Die Körperform ist überwiegend wurm- bis serpentinenartig, viele Arten tarnen sich durch Nachahmung der Bodendomäne. Das Reich entstand aus einer ursprünglich kleinen, im nährstoffreichen Schlamm lebenden Kinesia-Population mit geringem Prädationsdruck. Eine weitere Unterteilung in Stämme und Klassen steht noch aus.

Evolutionäre Zeitlinie

Zeit (v.h.) Ereignis
1,5 Mrd. Jahre Entstehung mehrzelliger Organismen
1,1 Mrd. Jahre Erste Sessilia; kurz danach (Zeitpunkt zwischen 1,1 und 1,0 Mrd. Jahren unscharf) Abspaltung der Erythrogenae-/Plectogenae-Vorfahren von einem gemeinsamen, mutationsfreudigen Pigment-Urstoff
950 Mio. Jahre Erste echte Erythrogenae (Thalassiphyta)
800 Mio. Jahre Erste echte Plectogenae
750 Mio. Jahre Lacuneua und Planeua verschmelzen → Drogath entsteht; dichte Sessilia-Bestände an den neu geschlossenen Küstengebieten
725 Mio. Jahre Erste vollwertige Kinesia, begünstigt durch Nahrungsüberschuss aus der Sessilia-Konzentration
590 Mio. Jahre Mierkonische Explosion: Massenaussterben trifft die bis dahin primitiven Kinesia-Linien; aus einer kleinen, im nährstoffreichen Schlamm lebenden Faunagruppe mit geringem Prädationsdruck entsteht Aphantogenae, die übrigen Linien radiieren zu Phanerogenae (frühe quallen- und fischähnliche Formen). Zeitgleich spalten sich die Vorfahren von Limniphyta und Silicostipiphyta von Thalassiphyta ab
525 Mio. Jahre Erste Limniphyta
510 Mio. Jahre Aphantogenae dringt unterseeisch in die Kontinentalmasse Planeuas ein; eigenständiges Stoffwechsel-/Verdauungssystem, abnehmende Sessilia-Abhängigkeit, Nährstoffaufnahme aus Schlamm und Mikroorganismen, sehr langsame Fortbewegung, rudimentäres Nervensystem
505 Mio. Jahre Entstehung amphibischer Pflanzen (Crustiphyta-/Caespitiphyta-Vorfahren)
500 Mio. Jahre Landbesiedlung der Crustiphyta-/Caespitiphyta-Vorfahren
490 Mio. Jahre Erste Crustiphyta
480 Mio. Jahre Landbesiedlung durch Plectogenae
470 Mio. Jahre Erste Nanopleciphyta
460 Mio. Jahre Landbesiedlung der Silicostipiphyta-Vorfahren (auf Aeneua, isoliert von Lacuneua/Planeua)
440 Mio. Jahre Erste Caespitiphyta
410 Mio. Jahre Erste Silicostipiphyta
400 Mio. Jahre Aeneua spaltet sich auf → Isolation der Silicostipiphyta in zwei getrennte Populationen (östlicher Kleinkontinent, Die Novanie)
350 Mio. Jahre Erste Reticuliphyta
26 Mio. Jahre Die Novanie kollidiert mit Geganto (Rak'Ium) → Isolation der Silicostipiphyta endet, Silicostipiphyta erreicht den Hauptkontinenten

Geologische Verknüpfung

Die Verteilung der heutigen Stämme auf Geganto (Rak'Ium), dem modernen Superkontinenten, folgt direkt aus der Plattentektonik: Crustiphyta, Caespitiphyta und Limniphyta entstanden auf dem bereits bei 750 Mio. Jahren verschmolzenen Kernland aus Lacuneua und Planeua. Silicostipiphyta entstand isoliert auf Aeneua und erreichte den Hauptkontinenten erst vor 26 Millionen Jahren über die Kollision der Novanie. Eine zweite Silicostipiphyta-Population verblieb bis heute auf dem seit der Aufspaltung Aeneuas eigenständigen östlichen Kleinkontinent. Details zur Plattentektonik sind in Geographie:Mierkons Geologie und Klima dokumentiert.